Von Zorn erfasst werden

erkiesen, Eigenschaftswort: von ahd. irkiosan

Mhd. klecken: „platzen, krachen, bersten“, „sich spalten“, „klecksen, klatschen“; „Kleckse, Flecke machen, kleckern“, gebr. im Sinne von „mühsam vorwärtsgehen, langsam vorankommen“; auch „ausreichen“, „genügen“; zu heute nur noch mundartlichem klecken: „(Flüssigkeiten) geräuschvoll, tropfenweise fallen lassen“, „Flecken machen, schmieren“, so auch in der Bedeutung von „gut vonstattengehen“; verwandt sind der Klack, Hauptwort, ahd. (11. Jhdt.), mhd. klac: „Riß, Spalt, Knall“, „Klecks“, entsprechend klack schallnachahmend für einen klatschenden Ton, z.B. beim Aufprall einer tropfenden Masse, auch Doppelung klack klack für einen harten und kurzen Ton. „zwei knaben gruben auf der brach von einem weizenfeld einst einem hamster nach, der in den vorgen sommertagen, wie sich vermuthen liesz, erklecklich eingetragen.“ (In: Weisze, „briefw. der fam. des kinderfreundes“) „es hat ein erkleckliches eingetragen.“ (In: Friedrich Gottlieb Klopstock 12, 353) „Es war ein schöner, aber auch sehr heißer Tag, und nachdem Minns die Fleetstraße, Cheapside und Threadneedlestraße auf der Schattenseite mühsam durchwandert hatte, war er erklecklich warm und staubig geworden, und obendrein wurde es spät.“ (In: Charles Dickens, „Londoner Skizzen“, tredition, Ausgabe Hamburg 2011)

die

Mhd. geværde, althochdeutsch gifārida = Heimtücke, Falschheit; zu mittelhochdeutsch vāre, althochdeutsch fāra, Gefahr; auch in Bedeutung von Unsicherheit, Arglist, Hinterhältigkeit:

"in fährden und in nöthen zeigt erst das volk sich echt, drum soll man nie zertreten sein altes gutes recht."

"dagegen ich ein reisemüder mann, der sehnlich wünscht, nach manigfachen fährden, zum port des ehstands eingelotst zu werden."

„ […] darum schwör ich feierlich und ohn alle fährde.“

ein gelbliches Licht, ein fahlgelber Schimmer; „ein falber Schein“ im Herbstlicht

der
Lotterbube, Possenreißer
verantwortlich, zuständig, eine sehr wichtige Rolle spielend, an erster Stelle stehend

 

„Vor etwas geschützt, behütet sein, unverwundbar sein“; es entstammt dem Hauptwort Fei für Fee, die, Hauptwort, aus dem das Wort (ge-)feien gebildet wird.

etwas ist zu haben; etwas „feilbieten“, d.h. zu Markte tragen

zwischen den Zeilen lesen, einen feinen Sinn heraushören

das

Bekannt aus dem Lied „Horch, was kommt von draußen rein…“ (Text und Melodie: aus Baden, 19. Jhd.)

D’ Leute haben’s oft gesagt, hollahi, hollaho! Daß ich kein fein’s Liebchen hab, hollahijaho! Laß sie red’n, ich schweig’ fein still, hollahi hollaho! Kann doch lieben, wen ich will, hollahijaho! Wenn ich dann im Himmel bin, hollahi, hollaho! Ist mein Liebchen auch darin, hollahijaho! Denn es ist ein alter Brauch, hollahi, hollaho! Was sich liebt, das kriegt sich auch, hollahijaho!

Bedeutung: „Feinsliebchen“, „feins Liebchen“ oder „feines Liebchen“ – Wörter, die den Traum an ein schönes, romantisches und feinsinniges Deutschland beschwören. Mindestens sechsundzwanzig Mal kommt das Wort „Feinsliebchen“ in „Des Knaben Wunderhorn“ der Verfasser Clemens Brentano und Achim von Arnim vor (erschienen von 1805 bis 1808). Es wurde im 19. Jahrhundert häufig in der Lyrik verwendet, darunter auch als veraltetes Synonym für den Begriff „Geliebte“. 1893/94 verfasste z.B. Johannes Brahms ein wohl bekanntes Volkslied mit dem Titel: „Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß geh‘n“. Der gedachte mysteriöse Zusammenhang zwischen deutschen Frauen und dem alten schönen Klang war nirgendwo anschaulicher als beim „Feinsliebchen“. Das Wort wurde begeistert aufgenommen, nachdem es einmal mit dem „Wunderhorn“ Zugang zur dichterischen Welt erhalten hatte. Heinrich Heine übertrifft in seinem lyrischen Band „Buch der Lieder“ (1827) Arnim und Brentano noch mit der Zahl seiner „Feinsliebchen“: „Feins Liebchen weint; ich weiß warum, und küß’ ihr Rosenmündlein stumm.“ Auch ihm sagt man nach, er hätte viele „Feinsliebchen“ gehabt.

Heute dürfen wir das Wort „Feinsliebchen“ für uns in all seinem feingliedrigen, romantischen Ausdruck fernab jeden Klischees verwenden. Es zeigt sich wie ein romantischer Ruf aus zauberhafter Ferne und bezeichnet heute wie damals unsere große Liebe, unser „Herzallerliebstes“, unser „Feinsliebchen“ aus tiefster inniger Verbindung und Zuneigung.

Weitere Verwendung:

„Was soll ich länger weilen, Daß man mich trieb‘ hinaus? Laß irre Hunde heulen vor ihres Herren Haus! Die Liebe liebt das Wandern, Gott hat sie so gemacht – von einem zu dem andern – Fein Liebchen, gute Nacht!“

(Wilhelm Müller, „Winterreise“, 1823)

„Es stehen zwei Sternlein an dem Himmel, scheinen heller als der Mond , Der ein’ scheint vor Feinsliebchens Fenster, Der andere vor die Kammerthür.“

(Georg Büchner, „Dantons Tod“, 1835)

das

Zusammengesetzt aus „die Ferse“, Hauptwort, ahd. fersna, fersana (um 800), mhd. versene, verse: für „Hacke, hinterer Teil des Fußes, Strumpfes oder Schuhs“, und „das Geld“, ahd. gelt: Zahlungsmittel in Form von Münzen und Banknoten; Redewendung „Fersengeld geben“: „fliehen, sich davonmachen“; „er machte kehrt und gab Fersengeld“: „auf schimpfliche Weise fliehen“, gleichbedeutend mit der Redensart „das Hasenpanier ergreifen“, „die Beine in die Hand nehmen“; Grundlage ist das alemannische Recht: derjenige, der seine Mitkämpfer in Gefahr verließ und so in Lebensgefahr brachte, musste „160 Solidus“ (alte Goldmünze) als Strafe zahlen, weil er „dem Feinde die Fersen gezeigt hatte“; in Schlesien mit der Bedeutung: „soviel als seinem Vordermann auf die Fersen treten, um ihn zu schnellerem Gehen zu veranlassen“.

„Beide kriegerischen Haufen gaben aber gleicherweise Fersengeld, sobald die Wachen in den Straßen auftauchten.“ (Heinz von Cramer (1924–2009), Germanist und Pädagoge, „Die Konzessionen des Himmels“, 1961)

„Die Thore wurden nun geschlossen; einer von den Geladenen, Nahmens Schmeckenwitz, kam zu spät, und wollte mit Gewalt noch eingelassen werden, mit der Aeußerung, daß er auch zu den Gästen gehöre, wurde aber von dem Thorwärter gewaret, und so nahm er gern das Fersengeld.“ (Peter Leardi, „Reihe aller bisherigen Erzbischöfe zu Salzburg […], sammt einer kurzen Geschichte dieser Bisthümer vom Jahre 582-1817“, Alois Tusch, Grätz 1818, Seite 51)

„Das Fersengeld ist oft die beste Münze.“ (Karl Friedrich Wilhelm Wander (1803–1879), Pädagoge und Germanist, „Abrahamisches Parömiakon oder: Die Sprichwörter des Abraham a Sancta Clara“; Kohn, Breslau 1838; Zitat von 1573)

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