schick, außergewöhnlich

Arbeit, „körperliche und geistige Tätigkeit eines Menschen“, ahd. arbeit, arbeiti: „Ertrag der Arbeit, Mühsal, Anstrengung, Plage“, die man freiwillig auf sich nimmt (8. Jh.), mhd. ar(e)beit: „Mühsal, Not, Mühe“, auch „Kampfesnot“. Das Wort Arebeit erfuhr neben der Bedeutung „Arbeit“, Betätigung eines Menschen, eine Steigerung hin zu einer negativen Bedeutung im Sinne von „Mühsal, Anstrengung, Not“.

schlecht, schlimm, böse, bösartig; als Verstärkung groß, stark

der

Schmeichler, Schönschwätzer

die

1) flaches, feuchtes, am Wasser gelegenes Gelände, oft mit Büschen und einzelnen Bäumen bestandene Wiesen; 2) vorwiegend höchstalemannisch: weibliches Schaf

über seinen Verhältnissen lebend

die

VERDREHTES WORT

Dieses Wort steht symbolisch für eine ganze Zeitepoche in der deutschen Philosophie, bei der es um die Erforschung von Selbstständigkeit im Denken und Handeln ging. Hierzu ein Zitat von Immanuel Kant, dem „Vater“ der Aufklärung:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
ist also der Wahlspruch der Aufklärung
.“

(zitiert nach: Immanuel Kant (1724–1804), „Was ist Aufklärung? Ausgewählte kleine Schriften“, hrsg. von Horst D. Brandt, Hamburg 1999, S. 20­–22)

 

Aufklärung ist also ein Wort, das die Fähigkeit beschreibt, selbstständig und unabhängig von der Meinung anderer zu denken. Eine Fähigkeit, der in der damaligen Zeit große Bedeutung beigemessen wurde. Mit dem Verschwinden des Wortes in dieser Bedeutung scheint jedoch auch dieses Vermögen immer weiter verlorenzugehen. Das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und das selbstständige Denken sind rar geworden. Gleichzeitig brauchen wir beides dringend, um einen Weg durch den Dschungel aus Informationen und Meinungen zu finden, die auf uns herniederprasseln.

Wenn das gelingt, können wir aufatmen und auch den anderen in Seinem So-Sein und Anders-Sein wieder wahrnehmen. Wir können einander unterschiedlich sein lassen im Denken, Wahrnehmen, Fühlen und Handeln. Damit lernen wir aus jeder Begegnung Wesentliches für unser eigenes Sein und Leben. Das Leben wird wieder zur „Lebensschule“. 

„Es gibt nur eine Wahrheit!
Wie?
Sind denn alle anderen un-wahr? 

Wahr-nehmen
Das, was ich erlebe
Für wahr halten
Das Wahr-nehmen des Anderen
Für wahr nehmen 

Vielleicht erschließt sich
Aus diesem Akt der
Liebe
Auch
Wahrheit.“

(Gedicht von Elisabeth U. H. Westermann)

 

„Auf-Klärung“

Es ist ebenfalls interessant, dieses Wort in seinen Bestandteilen „wahrzunehmen“: etwas geht „auf“, ich kann mich „erklären“ und ich kann Situationen „klären“, denn dadurch, daß ich frei bin in meinem Denken und Wahrnehmen, kann ich das Denken und Wahrnehmen des anderen ebenfalls „für wahr nehmen“. So findet innerhalb eines Gesprächs wieder ein „wahrhaftiger“ Austausch und damit auch Aufklärung statt.

Es wird Zeit, dieses wunderbare Wort in seiner ursprünglichen Bedeutung wieder auferstehen zu lassen! Aufklärung – Freiheit – und gleichzeitig unabhängige Bezogenheit auf den anderen: der „Zustand von Liebe“.

 „Weh über die Führer der Nationen
Die Henker im Frack, die Mörder auf Thronen!
Sie machen Geschichte, sie spinnen Netze,
Mit Hilfe der Presse, der feilen Metze. 

Wenn faul Republiken und Monarchien,
Nach Freiheit und Aufklärung wird geschrien,
Dann heißt einen schneidigen Krieg erzeugen,
Der Revolution noch schnell vorzubeugen. 

Dann treiben die Hirten die Herden zur Weide,
Zum Kampffeld hinaus, rum tollt euch im Streite!
Kühlt euer Mütchen, ein Volk am andern,
Uns aber laßt den Herrenpfad wandern!

Das tötet und würgt uns und wird getötet,
Die ganze Welt ist von Blut schon gerötet,
Sie kämpfen verzweifelt, Mann gegen Mann,
Hat keiner was dem andern getan. 

Was hat euch, ihr Völker, mit Blindheit geschlagen,
Wann wird es in euren Gehirnen tagen,
Wann dringt in eure Seelen das Licht
Der echten Freiheit, die liebt, nicht ficht?“

(Emerenz Meier (1874–1928), deutsche Dichterin und Erzählerin, „Weh über die Führer der Nationen“)

der

Die Augen sind der Spiegel unserer Seele und diese wohnt natürlich bei den Sternen. Mit einem Wort ist alles beschrieben, und wir fühlen die Bedeutung, die uns leicht anhebt im Herzen.

Wunderbare Wortschöpfung und ein sehr schönes Beispiel für die Klarheit und Vielfältigkeit unserer deutschen Sprache.

Anblick für das Auge, lieblich
das
die Tiefe und Weite der Seele eines anderen in seinem Augenzelt, in seinen Augen erblicken; siehe auch dazu Bedeutung von Himmelszelt

„Etwas aushandeln, vereinbaren“, „etw. ausdrücklich festlegen“, „(das Leben) durch eine Abmachung retten“; „freien Abzug vereinbaren“; „sich aus der Schlinge ziehen“; auch: „eine Ausnahme machen“; „der witwe des bauers soll nach proportion der erbschafft ein ausgedinge gemachet werden.“ (In: Ziesemer, „Preußisches Wörterbuch“, 1939) „Von nun ab nahmen ihn (den alten bauern) nur noch zwei dinge in anspruch, die vorbereitungen zur hochzeit (seines sohnes) und die errichtung seines ausgedings.“ (In: Anzengruber, 1884) „das ausgedinge ... ist jenes dingliche rechtsverhältnis, bei dem bestimmte personen vom jeweiligen eigentümer einer bäuerlichen wirtschaft eine mehrzahl von leistungen für ihren unterhalt fordern können.“ (In: K. Schmidt, „Gutsübergabe“, 1920) „Mit ausgedingten Worten." (im Sinne von „ausdrücklich“)

das

(auch der), mhd. gedinge, ahd. gidingi: „Vertrag“, zu dingōn (dingen); „das gerichtlich Ausbedungene“, „Vereinbarung, Verhandlungsergebnis“; landwirtschaftl.: „Altenteil, Austrag“ (für den alten Bauern vorgesehener Gebäudeteil, „Altersversorgung“ nach Übergabe eines Guts an die jüngere Generation, Unterhalt auf Lebenszeit); übertr.: „Posten, auf den jemand abgeschoben wird“

die Seele aushauchen
der
umgangssprachlich für Mädchen an der Schwelle zur Reife
die
Tischgemeinschaft; Seemannssprache: Besatzung eines Schiffes
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