der

Bezeichnete wohl ursprünglich das Zelttuch, das als Schutz über dem Wagen des umherreisenden Kaufmanns aufgespannt war. So wurde es später zur Bezeichnung für die Waren, die unter dem Tuch im Kramladen/Kramwagen feilgeboten wurden und steht nun für „Waren“, aber auch für „unnützes Zeug, Trödel, unordentlich herumliegendes Zeug, Gerümpel“;

 

Redewendungen und Wortbildungen mit Kram sind:

„Den Kram hinschmeißen“ („eine unnütze, ungeliebte Sache/Tätigkeit aufgeben“), „der kann seinen Kram zusammenpacken“ („er ist hier nicht mehr gerne gesehen“), „es paßt mir nicht in den Kram“ („dafür habe ich jetzt gar keine Zeit; darauf habe ich wirklich keine Lust; das stört mich“), Krimskrams („Plunder, unnützes Zeug“).

 

Umgangssprachlich, mit den zwei unterschiedlichen Bedeutungen „Kram verkaufen/anbieten“ und „in Kramwaren wühlen“ bzw. auch einfach nur „in Sachen wühlen/herumsuchen“.

der

Besitzt einen beweglichen oder auch unbeweglichen Kramladen und handelt mit Waren/Kram, ist also ein Kaufmann.

Wortbildungen mit Krämer sind:

Geheimniskrämer („jemand, der nicht alles mitteilt; jemand, der sich mit ,geheimnisvoll Tun‘ wichtig macht“),
Krämerseele (abwertend für „engstirniger Mensch, kleinlicher Mensch“),
Umstandskrämer („umständlicher Mensch“)

Ursprünglich „kranken, krank machen“, heute eher mit folgender Bedeutung: „erniedrigen, demütigen, verletzen, beleidigen, gering und abschätzig behandeln“.

dick; so dicht, dass es wimmelt
die
wie das Jesuskindlein
die

ist ein Synonym für „Spindel, Spinnrocken“ (zu Spindel und Spinnrocken siehe auch Rundbrief 14, KW 17/2023).

„Nach dem Nachtessen setzten sich die Hausfrau und ihre Töchter mit ihren Kunkeln um den großen Lichtspan, […]“

(aus „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff (1802–1827))

die

Ahd., nhd.: „Stamm, Volk, Gemeinschaft, Familie, Generation, edles Geschlecht, Nachwuchs, Gemeinschaft, Verwandtschaft, Sippe“, andere Formen sind: künne, mhd., kunka und kunjam, germ., kunnig, ahd., Tätigkeitswort: „geschickt, gelehrt, und das heutige noch genutzte kundig“, kunnihaft, ahd., Tätigkeitswort: „reich an Verwandtschaft, von adliger, edler Abstammung“; als Hauptworte nutzte man auch Kunneschaft (auch Schreibweise Chunhafti) für „Geschlechte“ und Kunnmagschaft, die, für „Verwandtschaft“.

Das Wort „König“ ist ebenfalls auf das alte germanische Wort Kunni, Kunis, Kuninga zurückzuführen, Ableitungen wie mhd. küniclich und ahd. kuniglih sind ebenfalls zu finden.

Weitere Begriffe aus dem 8. Jh. sind: Kuning, Kuningin, nhd.: „König, Königin, Herrscher“ oder auch kunnan: „kennen, etwas zu tun verstehen, begreifen, wahrnehmen, erkennen“.

Wie im Folgenden in der Rubrik „Fremdwort“ hergeleitet, könnte Kunni die ursprüngliche Bezeichnung für das heute alleinig gebrauchte Wort Familie gewesen sein.

 Kunni

Anmerkung zur Egil-Saga:

Diese Lyrik ist keine wortwörtliche Übersetzung. Bezogen auf das Wort kunni möchten wir folgende Übersetzung anbieten.

Skalat maðr rúnar rísta,
nema ráða vel kunni, …

Die Runen sind gut,
wenn man derer kundig ist …

Wir würden uns über weitere Anregungen dazu freuen.

 

„Wunderlich, streitsüchtig“; 1. schweizerisch von „knurrig, brummig“; auch nd. in Pommern: „mürrisch“; 2. nd. aber „gewöhnlich etwas anders“, „leicht reizbar und darum schwer zu behandeln“; von Bürger in die Schriftsprache eingeführt; auch „der Puterhahn kurrt“ („Kurrhahn“). „ich will euch erzählen ein mährchen, gar schnurrig, es war mal ein kaiser, der kaiser war kurrig.“ „ich erbot mich, um die beiden kurrigen puterhähne auseinander zu bringen, den Franzmann in mein wägelchen zu nehmen.“ (beides aus: „Deutsches Wörterbuch“ von Jacob und Wilhelm Grimm)

Nhd. „rein, keusch, unbescholten, tugendhaft, ehrbar, sittsam“, „enthaltsam, genügsam, bedachtsam, demütig, maßvoll, besonnen, nüchtern“;

weitere Wortformen mit der gleichen Bedeutung als Eigenschaftsworte sind: kūski, kūsci, kūsko, kūsko, als Tätigkeitsworte findet man: ahd. kūsken, kūscen, nhd. „ehren, reinigen“;

als Hauptworte sind folgende Formen und Bedeutungen bekannt: ahd. Kūski, Kūski, Kūska, Kūsca, Kūskida, Kūscida, Kūskitha, nhd. „Reinheit, Vollkommenheit, Keuschheit, Anmut, Liebreiz, Schönheit, Enthaltsamkeit, Unberührtheit, Tugendhaftigkeit, Mäßigkeit, Ehrenhaftigkeit“;
mit der Vorsilbe „un-“ ist dieses Wort als Negativierung der tatsächlichen Bedeutung zu finden, beispielsweise: ahd. unkūsk, unkūsc, Eigenschaftswort, nhd. „unrein, unverschämt, lasterhaft“, ahd. unkūsken, unkūscen, Tätigkeitswort, nhd. „verunreinigen, schänden, entehren“, ahd. Unkūski, Unkūsi, nhd. „Unreinheit, Unkeuschheit, Schamlosigkeit, Schande, Entehrung, Unzucht“.

Ein uns bisher unbekanntes Wort, bei dem wir eine Verbindung zu dem verlorenen Wort Kusk, Kusc vermuten, ist Kÿswuka; leider haben wir dazu bisher nur eine Quellangabe gefunden.
Kÿswuka, Hauptwort, ahd. „Woche der Keuschheit, Woche der Reinigung“, „die Woche vor dem vierzigtägigen Fasten, da man sich nach dem kirchlichen Gebote der Alten insbesonderheit der Heiligkeit und Reinigkeit befleissigen, und so gar auch der ehlichen Werke enthalten sollte“
(gefunden in Johann Jacob Spreng „Allgemeines deutsches Glossarium“).

„Weißt du, was Reinheit ist? So sieh den Abendstern
hoch über blassen Wolken glänzen, still und klar.
So glänzt auch unser armer Erdenball vielleicht
nach einem fernen Stern, und dort erhebt ein Mensch,
wie hier, den Blick und fragt: Weißt du, was Reinheit ist?
Und eine Frauenstimme sagt vielleicht zu ihm:
Du meinst den Abendstern da droben, still und klar?
Dort muß es wohnen, dort, das Glück, das wahre Glück!
Und feucht wird Beider Aug. –
Weißt du, wo Reinheit wohnt ...“

(Christian Morgenstern, aus: „Sämtliche Dichtungen“, „Reinheit“, Abteilung 1, Band 7, Basel 1971–1973, S. 57)

 Reinigung

Wert geküsst zu werden; zum Küssen reizend
das

Erfrischung, Wohltat

der

„Eitler Mensch, Geck“ (15. Jh.); mhd. laffen: „lecken“, oder im Sinne von „Gaffer mit offenem Mund“, vorgestellt als ein Mensch, „der mit offenem Munde, hängender Lippe gafft“; Übertragung zu frühhd. Laffe: „Hängelippe, Maul“; auch Jugendsprache vor 1900 für „Mann“. Laffe gehört zur Wortgruppe von labbern, Lappen, läppisch, „schlaff herabhängen(d)“; Bezeichnung bis Ende des 18. Jh. für einen „jungen, faulen, unerzogenen Menschen“; aber auch Kraftausdruck zur Kennzeichnung „geistigen Unvermögens“ eines literarischen Gegners; Weiterbildung zu Schimpfwörtern wie Läffel, Leffel, Löffel (15. Jh.) und Rotzlöffel (16.Jh). „Die am Arme seichter Laffen Blähend mit dem Fächer ficht, Nimmer satt sich zu begaffen? – Meine Minna ist es nicht.“ (Friedrich von Schiller (1759–1805), „An Minna“, aus der Sammlung Gedichte, 1776-1788) „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten, dann wäre jedermann Soldat. Ein Volk der Laffen und Lafetten! Und ringsherum wär Stacheldraht!“ (Erich Kästner (1899–1974), „Die andere Möglichkeit“, 1930) „Ich lache ob den abgeschmackten Laffen, Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern; Ich lache ob den Füchsen, die so nüchtern Und hämisch mich beschnüffeln und begaffen.“ (Heinrich Heine (1798–1856), „Fresko-Sonette an Christian S.“, 1821)

die

Fruchtmus