Die verlorenen Worte

Behuf

der

„zu dem Zweck“, mhd. behouf: „Geschäft, Vorteil, Gewerbe, Zweck, Nutzen, wessen man bedarf“ (13 Jh.),

mhd. beheben: „wegnehmen, behalten, behaupten, erwerben, erhalten“; vgl. mnd. behōf: „Nutzen, Bedürfnis“ und to behōf: „zum Nutzen, zum Besten“;

später rückt die Bedeutung „Bedarf, Vorteil“ in den Vordergrund; in Verbindung mit der md. Kanzleisprache in formelhafter Wendung zu diesem Behuf(e), eigentlich: „für dieses Bedürfnis“.

Behufs entwickelt sich zum Verhältniswort behufs (um 1800), „zu dem Zweck“. „Sie unterbrachen manchmal das Gesinge Lautlachend, und frugen bedenkliche Dinge,

Zum Beispiel: Sag uns, zu welchem Behuf Der liebe Gott den Menschen schuf?“ (Heinrich Heine (1797 bis 1856), aus: „Waldeinsamkeit“, 1851)

„Hieraus leitet er nun zum Behuf der Praxis, wie er glaubt, unwiderleglich ab: daß die dioptrischen Fernrohre nicht zu verbessern seyen.“ (Johann Wolfgang Goethe (1749 bis 1832),

aus: „Zur Farbenlehre“, Bd. 1., Tübingen, 1810) „Doch der Mensch fragt stets: Warum? Wenn er sieht, daß etwas dumm. Freund ich hab dir zugehört, und du hast mir gut erklärt, wie zum weisesten Behuf Gott den Menschen zweifach schuf…“ (Heinrich Heine (1797 bis 1856),

„Beine hat uns zwei gegeben ...“, aus: Nachgelesene Gedichte 1845 bis 1856, 1. Abteilung: Zeitgedichte)

Zu finden in: Verlorene Worte
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