Die verlorenen Worte

Oheim

der

Mhd. œheim(e), althochdeutsch ōheim, westgermanisch awa-haima „Mutterbruder“, Onkel, eine veraltete Bezeichnung für den Bruder der eigenen Mutter „Einsam, wie ich versprach, wartet ich oben auf dich.“ – Beste, schon war ich hinein; da sah ich zum Glücke den Oheim Neben den Stöcken, bemüht, hin sich und her sich zu drehn. Schleichend eilt ich hinaus! – „Oh, welch ein Irrtum ergriff dich! Eine Scheuche nur war’s, was dich vertrieb! Die Gestalt Flickten wir emsig zusammen aus alten Kleidern und Rohren; Emsig half ich daran, selbst mir zu schaden bemüht.“ Nun, des Alten Wunsch ist erfüllt; den losesten Vogel Scheucht’ er heute, der ihm Gärtchen und Nichte bestiehlt. (Römische Elegien (16) von Johann Wolfgang von Goethe)

Zu finden in: Verlorene Worte
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