Einträge mit Wortbegriff beginnend mit 'G'

der

Span. galán („Liebhaber“), franz. galant („zuvorkommend, amourös“); altfrz. galer („lustig sein, feste feiern“); Bedeutung: Liebhaber, Buhle; „herausgeputzter“ Mann, der sich mit besonderer Zuvorkommenheit um seine „Auserwählte“ bemüht; siehe auch „galantes Liebesverhältnis“, frz. galanterie („Aufmerksamkeit“): „ein dama schön in garten gehn thät früh an einem morgen, und hielte rat wie früh und spat sie könnte sein ohn sorgen, weil ihr galan gar emsiglich zu dienen ihr bemühet sich, dem sie doch nicht mit liebespflicht sich möchte obligieren.“ „Ists nicht ein mann, seis derweil ein galan.“ (Goethe)

der
Gedanken sind wie ein Garten, den man pflegen muß; Gedanken, die nicht fruchtbringend sind, ersetzt man durch bewußte, liebevolle, freudebringende Gedanken
die

Im Kampf Gestorbene

die
Nebenform von gelehrt, eine gelahrte Person
das

Von ahd. gimah: „passend, geeignet, bequem“ (8. Jh.), mittelhochdeutsch (mhd.) gemach: „bequem, ruhig, langsam“, im Sinne von „was sich gut fügt, was zusammenpaßt“ – und gemächlich, Eigenschaftswort, „langsam, ruhig, behaglich“ oder „behutsam, vorsichtig, gemütlich“, althochdeutsch gimahlīh: „bequem“ (11. Jh.), frühneuhochdeutsch (frühnhd., 14.-17. Jhd.) auch gleichbedeutend mit „allmählich”; siehe auch Gemächlichkeit, die, Hauptwort (16. Jh.), für „Bummelei, Gelassenheit, Gemütlichkeit, Trödelei“, oder das Gemach für „Wohnraum, Zimmer“, ahd. gimah, als Hauptwort: „Vorteil, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit“ (9. Jh.), mhd. gemach, übertragen: „Ort, wo man Ruhe und Bequemlichkeit findet, Zimmer, Wohnung“, „wo man sich pflegt“, Substantivierung des Eigenschaftsworts (siehe oben); die alte Bedeutung „was sich gut fügt“ ist noch in der Verneinung Ungemach, das, Hauptwort, für „Unruhe, Unbehagen, Verdruß, Kummer, Leid“, mhd. ungemach, bewahrt; vgl. ahd. ungimah, Eigenschaftswort: „unpassend“ (8. Jh.); „Ein niedriges, hohes, geräumiges, helles oder freundliches Gemach.“ (Schlafgemach, Wohngemach, Frauengemach, das „heimliche Gemach“ für „Abort“) „Gemach, gemach!“ (im Sinne von „Langsam! Nichts überstürzen!“) „Das Pferd geht einen gemachen Schritt.“ „Sô trage ich ungemache sorge under mîner brust.” (Flore, 1852) „Ich weisz, wer auf zwei stühlen sitzt, der sitzt nicht sehr gemach.“ (Weisze, op. 3, 232 – „Ärntekranz“ II, 10)

das

„Äußere männliche Genitalien“, Ursprung ist das ahd. gimaht f. (9. Jh.), das überwiegend in der Einzahl gimahti verwendet wurde (bis ins mhd. und nhd.): „Zeugungskraft (des Mannes)“, mhd. gemacht, asächs. gimaht, mnd. gemacht, gemechte, mnl. gemachte: Ableitung von Macht.

Weitere mögliche Bedeutungen von Gemächt (Quelle: wortbedeutung.info): „äußere Genitalien des Mannes (Hoden und Glied)“, „weibliche Geschlechtsorgane“, „Gatten, Paar“, „Wesen, Geschöpf“, „Testament“, „Morgengabe“, „Vertrag, Abkommen, Vereinbarung, Verabredung“, „Zusammenrottung, Aufruhr“; „Also gesoten vnd zerbrochen mit weyn vnd gerüret, würt eyn gut pflaster für die apostem vnd geswulst des gemächts.“ (Bibliographie: Gerhard Eis, „Die Groß-Schützener Gesundheitslehre“, Studien zur Geschichte der deutschen Kultur im Südosten. Brünn / München / Wien 1943, Südosteuropäische Arbeiten 36).

„Du weißt was für ein schwaches Gemächt wir sind. Laß wie sie ist die Fürsprach deines Sohnes vor mich bei dir hochgültig sein.“ (Sigmund von Birken, „Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel“, Nürnberg, 1681) „Weistum von Baumkirchen in Tirol, Tirolische Weistümer I 192: darnach so soll man suchen zu einem jeden haus und alle gemächt öffnen und wo sich einer oder mehr darin wiedert oder setzen wolt und nit suchen lassen, auf den oder dieselben da soll man der verlurst halben die zicht auflegen und haben.“

(Heinrich Brunner, „Deutsche Rechtsgeschichte“, Bd. 2. Leipzig, 1892)

„Es finden sich bißweilen im Anfang dieser Kranckheit Bubones, Beulen oder Schlieren / bißweilen aber kommen solche etliche Tage nach angefangener Kranckheit an der Inficirten Leibern herfür / aber unter den Armen und an den Heyldrüsen / oder auch an den Schenckeln bey dem Gemächt / lassen sich solche gemeiniglichen antreffen / welche in der Cur auff mancherley Manier tractirt werden.“

(Johann Jacot Bräuner, „Pest-Büchlein“, Frankfurt am Main, 1714)

„Gemeinschaftlich, gemeinsam“. Das Wort gemeinbar ist wohl schon nach dem 17. Jahrhundert aus dem Sprachwortschatz der Deutschen verschwunden. Es wurde letztmalig in Kaspar von Stielers Werk „Der Deutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs, oder Teutscher Sprachschatz…“ von 1691 aufgeführt.

Bedeutungsgleich mit gemeinschaftlich, Eigenschaftswort, „zu einer Gemeinschaft gehörig, gemeinsam, miteinander, zusammen, eine Gemeinschaft betreffend“; aber auch gemeinsam, Eigenschaftswort, „für mehrere in gleicher Weise geltend, gemeinschaftlich, miteinander, zusammengehörend, mehreren zugleich gehörend“.

Eine Verbindung aus: gemein, Eigenschaftswort, ein altes edles Wort, das seiner Bedeutung u.a. entlehnt wurde, urspr. „gemeinschaftlich, allgemein, gemeinsam“, aber auch „niederträchtig, unanständig, niedrig gesinnt, unfein abwertend vulgär,“ in Kindersprache „fies, schofel“; ahd. gimeini: „zuteil geworden, zugleich, bestimmt, gemeinschaftlich, allgemein, gemeinsam, übereinstimmend“ (8. Jh.), mhd. gemein(e): „gemeinschaftlich, bekannt, allgemein, zusammengehörig, vertraut, für alle eingerichtet, gewöhnlich, niedrig, zur Masse gehörig“;

und: bar, Eigenschaftswort, im übertragenen Sinn „bloß“, „nichts als, ohne etwas, nackt, unbedeckt“, z.B. Geld: „unmittelbar verfügbar“, ahd. und mhd. bar (10. Jh.): „nichts als, offen daliegend, offen vor Augen liegend, frei von, nackt, bloß, unverhüllt, ohne etwas, rein“.

Gemeinbar als Wort auf der Herzensebene, gefühlt und in Bedeutung von „die Kraft im Miteinander, in der Gemeinschaft“.

„Es wird aber seine Tugend schwerlicher gefunden / als die /
so würdig ist auff den Reichs-Thron gesetzt /
und mit Frohn-Geld besoldet zu werde / so wohl / weil andere geheim sind /
diese aber gemeinbar ist; dannenhero jene weniger / oder gar seiner /
diese aber aller Augen Urtheilunterworffen ist: …“

(Johann Weber (1612–1684), aus: „Wappen der Königlichen freyen Stadt Epperies“, 1668, S. 120/121)

 „Ich betheure Dir hier – und öffentlicher kann ichs doch nicht –
daß ich da wo ich auteur critique zu seyn scheine oder wirklich bin,
die Provinz in welcher ich lebe, immer nur insofern meine als die
das jedesmal Tadelswerthe mit andern Provinzen gemeinbar;
daß ich in keiner meiner Schriften mir Persönlichkeiten erlaube,
und daß ich alle Unspielungen von Herzen hasse auch Diejenigen,
welche nur ein Krais Vertrauter verstehn würde.“

(Rochus von Liliencron (1820–1912), Germanist und Musikhistoriker, „Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert“, Band III, S. 268, Verlag von J. C. W. Vogel, Leipzig, 1869)

das

Ahd. gimuati, mhd. gemüete, mnd. gemôde; Gesamtheit der Empfindungen und Gedanken eines Menschen; sein Charakter und Wesen; der Mensch als Ganzheit; verwendbar für „Seele, Psyche, Herz; Gefühl, Empfindung, Stimmung; Mut“; geistige und seelische Verfassung des Menschen: nhd. z.B. ein ängstiges gemüth: „ängstliche stimmung, Gemütsverfassung“; etw. get jm. zu gemüt: „etw. geht jm. zu Herzen“; auch: Geist, Ansicht, Meinung, Gesinnung; Absicht, Streben, Neigung: jm. etw. zu gemüte füren – „jm. etw. erzählen, mitteilen“; des gemüts sein: „die Absicht haben“; gutes gemüthe für „wohlwollen, gute Gesinnung gegen jemand“; Gegensatz: „der Leib“, für „Leib und Seele“ auch „Leib und Gemüt“; „das gemüt ist ursprünglich, wie der mut, unser inneres überhaupt im unterschied vom körper oder leib, daher leib und gemüt u. ä., wie leib und seele.“ „wie begrüszt' ich so oft mit staunen die fluthen des Rheinstroms, immer erschien er mir grosz und erhob mir sinn und gemüthe.“ (Johann Wolfgang von Goethe) „das aufrichtige / erliche / fromme / grosse / keusche / ledige / redliche / starke / treue gemüt.“ „das gemüt erfrischen / hochhalten; das freie / frische / frohe / gleiche / gute / lustige / neue / starke gemüt.“

schön sein wollen

leckerhaft, naschhaft
das

Früher: verschiedene Metalle wie Gold, Silber, Kupfer; später: kleine Metallwaren, edler Schmuck

Mhd. geswinde bedeutet ursprünglich „ungestüm, heftig, kräftig“, aber auch „plötzlich, jäh, unvermutet“ sowie „rasch entschlossen, schlagfertig, behende in Gedanken, gewandt, klug“. Das Wort entstammt lt. Grimms Wörterbuch dem Kriegerleben und hat eine Reihe verwandter Begriffe durchlaufen bis hin zur Bedeutung der schnellen Bewegung. „wer aus hoch verboster art vertrawte sachen offenbart und aus geschwinder bitterkeit.“ (Ringwaldt, Quelle: DWDS) „da niemand thun mag, was er wil, da geht es zu geschwinde; da jeder thun mag, was er wil, da geht es zu gelinde.“ (Logau, Quelle: DWDS)

die

Mdh. gesitet, ahd. gesit: „geartet“; Zustand des „Gesittetseins“, „gesittetes Wesen, zivilisiertes Verhalten“, „Kultiviertheit“ oder „Anstand, Bildung, Geist, Höflichkeit“; auch „Moral, (sittliche) Haltung, sittliches Empfinden und Verhalten“, „Sittlichkeit“; somit Bezeichnung auch für die „Zivilisation“ einer Gesellschaft, d.h. für das durch die Erziehung und Bildung geprägte Verhalten: „die Gesittung eines Volkes“; siehe auch „Menschen der gleichen Gesittung“. „Die Gesittung schätzen die Frauen an einem Manne höher als die beste Bildung.“ (Wolf Ernst Hugo Emil Graf von Baudissin (1867–1926), Schriftsteller und Journalist, „Speemanns goldenes Buch der Sitte“, Spemann Verlag, Berlin 1901) „Niemals wird die Vernunft es vermögen, die Barbarei zu verwandeln in Gesittung.“ (Lion Feuchtwanger (1884–1958), Schriftsteller, „Goya oder der arge Weg der Erkenntnis“, 1951) „Zu der Gesittung der Zeit gehört auch die barocke Überhöhung der fürstlichen Personen.“ (Erich Auerbach (1892–1957), Literatur- und Kulturwissenschaftler, „Mimesis“, 1946)

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