Das Wort der Woche

lohen

„heftig brennen, in wallender Glut emporsteigen“ - loh, Eigenschaftswort: „flammend“

Wir haben nach Beispielen für die Verwendung dieser Wörter gesucht und zu diesem Behuf „Unsere Heldensagen“ (Wieland, Gudrun, Beowulf, Walther und Hildegund, Von den Nibelungen) von Leopold Weber durchkämmt. Dabei durften folgende Textauszüge entdeckt werden: 

„Bald lohten in langen Zeilen die Wachtfeuer auf in der windigen Nacht.“

„In Qualm gehüllt, lohte das Kampffeld.“

„Im Feuer loderte die Schmiede gen Himmel, und aus den Flammen
hob sich auf Riesenschwingen ein Vogel.“

„ [...] die Wälder entbrannten, in Flammen lohten die Dörfer [...]“

„In der Nacht noch segelte er mit seinen Gesellen davon, aber das Verlangen
nach Gudrun loderte in seiner Brust umso heißer.“

Die Herkunft von lohen ergibt sich aus mittelhochdeutsch (mhd.) lohe, daneben, mit grammatischem Wechsel von h und g, auch mhd. louc, althochdeutsch (ahd.) loug (belegt seit dem 8. Jh.), louc, laug, altsächsisch lōgna und altenglisch līeg. Eine Verbindung zu leuk, der indoeuropäischen Wurzel für
„-leuchten, licht-“ ist zu erkennen.

Die Herkunft von lodern ist vermutlich aus der wohl ursprünglichen Bedeutung „emporwachsen“ gegeben (vgl. westfälisch lodern, „üppig wachsen, wuchern“), in der Bedeutung „emporflammen“ vermutlich durch Lohe für „Flamme“ beeinflußt und verwandt mit neuhochdeutsch (nhd.) Lode, die, Hauptwort, „Schößling, Jungtrieb, Zweig“.

Das Projekt - Die verlorenen Worte


 

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Du willst mitmachen? Wunderbar!  Stöbere also derweil in Bibliotheken, im Keller oder auf dem Dachboden in alten Büchern nach Dir unbekannten Worten – werde auch Du ein Wortfinder oder eine Wortfinderin!

Bitte beachte: Es ist eine bestimmte Art von Worten, nach denen wir suchen. Es sind Worte, die nicht mehr verwendet werden, deren Bedeutung verzerrt wurde und die in Vergessenheit gerieten. Worte, die unsere Urgroßmütter noch kannten und die es den Menschen ermöglichten, sich auf der Herzensebene zu verbinden.

 Du findest sie in Sprüchen, Sagen, Gedichten, Märchen, in Volksliedern oder Erzählungen, die untrennbar mit dem deutschen Sprachraum verwurzelt sind. Wir freuen uns schon auf Deine gefundenen Worte!

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Vielleicht habt ihr es schon bemerkt: Wir verwenden ganz bewußt die „alte“ deutsche Rechtschreibung vor der Rechtschreibreform von 1997.Die verlorenen Worte der Wortfinderinnen

Unsere Sprache ist über Jahrhunderte innerhalb der deutschsprachigen Völker entstanden und gewachsen, daher hat sie für uns Vorbildcharakter. Mit Respekt vor der Wortherkunft gehen wir von den Wortstämmen und ihrer ursprünglichen Bedeutung aus. So verbinden wir uns gemeinsam – und hoffentlich auch euch – wieder mit dem wahren Wortklang und bekommen dadurch ein besseres Gefühl für die Sprache und deren Umgang damit.